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Das ÖFB-Team hat 2004 seine Trikotfarben getauscht: Vorher war Weiß erste Wahl, danach Rot. Wer das weiß, datiert ein österreichisches Retro-Trikot oft schon auf den ersten Blick.

Österreichische Nationaltrikots lassen sich genauer einordnen als die vieler anderer Verbände, weil das Team seine Farbfolge zu einem bekannten Zeitpunkt umgestellt hat. Wer weiß, wann Weiß die erste Wahl war und wann Rot, welche Ausrüster das Team beliefert haben und was Bezeichnungen wie Player Issue oder Match Issue tatsächlich aussagen, kauft deutlich sicherer. Der folgende Überblick behandelt die Geschichte des Teams so weit, wie sie beim Datieren und Auswählen hilft.

Die Geschichte der Nationalmannschaft

Der Österreichische Fußball-Bund wurde am 18. März 1904 in Österreich-Ungarn gegründet. In den 1930er-Jahren formte Hugo Meisl jene Mannschaft, die als „Wunderteam“ zur bestimmenden Kraft im europäischen Fußball wurde; ihr herausragender Spieler war Matthias Sindelar. Am 16. Mai 1931 besiegte Österreich als erste kontinentaleuropäische Auswahl Schottland. Bei der Weltmeisterschaft 1934 wurde das Team Vierter, bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin gewann es Silber.

Mit dem Anschluss am 12. März 1938 wurde der ÖFB aufgelöst, Österreich zog seine WM-Teilnahme zurück, und österreichische Spieler wurden in die deutsche Mannschaft eingegliedert. Sindelar weigerte sich, für dieses gemeinsame Team zu spielen. 1945 entstand die Auswahl neu, und 1954 folgte mit dem dritten Platz das beste WM-Ergebnis überhaupt; der 7:5-Erfolg gegen die Schweiz in diesem Turnier ist bis heute das torreichste Spiel einer Weltmeisterschaft. 1965 gewann Österreich in Wembley gegen England.

1978 und 1982 erreichte das Team jeweils die zweite Runde einer Weltmeisterschaft, 1978 mit dem vielbeachteten Sieg über Westdeutschland. Danach folgten schwierige Jahrzehnte, etwa die Niederlage gegen die Färöer in der Qualifikation zur EM 1992 und das Vorrundenaus bei der WM 1998, der bis dahin siebten und letzten WM-Teilnahme. 2008 stand Österreich als Co-Gastgeber neben der Schweiz erstmals bei einer Europameisterschaft. Bei der EM 2020, ausgetragen 2021, erreichte die Mannschaft erstmals die K.-o.-Runde und unterlag Italien nach Verlängerung 1:2; 2024 gewann sie ihre Gruppe vor Frankreich und den Niederlanden. Unter Ralf Rangnick, seit 2022 Teamchef, gelang nach 28 Jahren wieder die WM-Qualifikation. Heimspiele trägt das Team im Ernst-Happel-Stadion mit rund 50.000 Plätzen aus.

Ikonische Nationaltrikots

Traditionell trug Österreich daheim ein weißes Trikot mit schwarzer Hose und weißen Stutzen; diese Farben gehen auf den Deutschen Orden zurück. Das klassische Auswärtsset entsprach dagegen der Flagge: rotes Trikot, weiße Hose, rote Stutzen. 2004 entschied Teamchef Hans Krankl, die beiden Sets zu tauschen, damit Rot erste Wahl wurde – passend zu Rot-Weiß-Rot und zur klareren Abgrenzung von den Nachbarn. Für die Datierung ist das die wichtigste Einzelinformation: Ein rotes Heimtrikot spricht für die Zeit ab 2004, ein weißes Heimtrikot für die Jahre davor. Die Auswärtsfarbe wechselte danach mehrfach; die Abfolge reicht von einem komplett weißen Set über schwarze Trikots mit hellblauen Hosen und Stutzen bis zu einem durchgehend schwarzen Auftritt.

Große Namen der Nationalmannschaft

Auf österreichischen Trikots begegnen einem Flocknamen wie Alaba, Ivanschitz, Laessig, Roth, Schonwetter oder Mwelwa. Zwei Punkte sind dabei wichtig. Erstens schreiben Produktdaten Nachnamen ohne Umlaut, aus „ö“ wird also „o“ – die Schreibweise im Titel sagt nichts über die Beflockung auf dem Stoff. Zweitens identifiziert ein Nachname allein keine Person und belegt auch nicht, dass der Flock original ist. Prüfen Sie deshalb, ob Schriftart, Nummernstil und Position zur angegebenen Saison passen und ob Name und Rückennummer zusammengehören. Nachträglich aufgebrachte Beflockung macht aus einem Fantrikot kein Spielertrikot.

So wählst du dein Trikot

Beim Datieren und Prüfen helfen vier Ebenen:

  • Farbe: rotes Heimtrikot ab 2004, weißes Heimtrikot davor. Das grenzt die Frage „Heim oder Auswärts?“ bei älteren Stücken oft überhaupt erst ein.
  • Ausrüster: Bei österreichischen Trikots begegnen Ihnen vor allem Puma, Nike und Macron. Herstellerlogo, Schnitt und Materialaufdruck grenzen zusammen mit der Saisonangabe die Jahre weiter ein.
  • Art des Stücks: Neben Heim- und Auswärtstrikots tauchen Torwarttrikots (GK), Langarmversionen (L/S), Trainingsshirts, Hosen, Polos, Tees und Trainingsjacken auf. Diese Artikel folgen nicht immer dem Farbschema des Spieltagstrikots.
  • Ausgabeversion: Player Issue und Match Issue bezeichnen eine für Spieler ausgegebene Version mit eigenem Schnitt. Sie sind kein Nachweis, dass das Trikot in einem Spiel getragen wurde. Nur als Match Worn ausgewiesene Stücke erheben diesen Anspruch, und auch dann zählt allein die mitgelieferte Dokumentation. Staff Issue meint Ware für Betreuer, nicht für den Kader.

Zustandsangaben reichen von „Brand New – With Tags“ über „Mint“, „Excellent“ und „Very Good“ bis „Good“ und „Fair“; ergänzende Zehnerskalen wie 8/10 im Titel meinen denselben Sachverhalt. Achten Sie bei getragenen Stücken vor allem auf Risse an Kragen und Achseln, auf abgelöste Sponsor- oder Wappenaufdrucke und darauf, ob die Größe dem Originaletikett entspricht – Schnitte fielen je nach Jahrzehnt unterschiedlich aus.

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