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Belgien

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Kaum ein Nationaltrikot lässt sich so sauber über den Ausrüster datieren wie das belgische: Admiral, Diadora, Nike, Burrda und adidas folgten in klar abgegrenzten Zeitfenstern aufeinander.

Belgische Retro-Trikots sind für Sammler dankbar, weil sich zwei unabhängige Merkmale gegeneinander prüfen lassen: das Verbandswappen, das seit 1981 in seiner heutigen Grundform verwendet wird, und die Reihe der Ausrüster, die sich in bekannte Jahresspannen einteilen lässt. Wer beides zusammenliest, erkennt schnell, ob eine angegebene Saison stimmen kann.

Die Geschichte der Nationalmannschaft

Belgien bestritt sein erstes offizielles Länderspiel am 1. Mai 1904 gegen Frankreich im Stade du Vivier d’Oie in Uccle; das Spiel endete unentschieden. Zwanzig Tage später gehörten beide Verbände zu den sieben Gründern der FIFA. Den Beinamen Rote Teufel trägt die Auswahl seit 1906, benannt nach ihren roten Hemden. Heimspiele finden überwiegend im König-Baudouin-Stadion in Brüssel statt, das gut 50.000 Zuschauer fasst.

Bei den Olympischen Spielen 1920 gewann Belgien im eigenen Land Gold. Es folgten lange Jahre ohne Turniererfolge, unterbrochen von Siegen gegen amtierende Weltmeister – zwischen 1954 und 2002 gegen Westdeutschland, Brasilien, Argentinien und Frankreich. 1972 wurde das Team als Gastgeber Dritter der Europameisterschaft, unter Raymond Goethals und damals komplett in Weiß, weshalb man von den Weißen Teufeln sprach.

Die erste goldene Generation reicht vom zweiten Platz bei der EM 1980, wo Belgien das Finale knapp 1:2 gegen Westdeutschland verlor, bis in die frühen 1990er-Jahre; 1986 stand die Mannschaft im WM-Halbfinale. Ab dem Jahr 2002 folgte ein Bruch mit fünf verpassten Turnieren in Folge, ehe unter Marc Wilmots und später Roberto Martínez die zweite Blütezeit begann: im November 2015 erstmals Platz eins der FIFA-Weltrangliste, 2018 der dritte Platz bei der Weltmeisterschaft. Belgien ist bis heute die einzige Nation, die die Weltrangliste angeführt hat, ohne je einen WM- oder Kontinentaltitel gewonnen zu haben.

Ikonische Nationaltrikots

Zu Hause spielt Belgien in den Farben der Flagge – Schwarz, Gelb und Rot –, wobei Rot dominiert und oft die einzige Trikotfarbe ist. Auswärts kommen üblicherweise Weiß, Schwarz oder beides zum Einsatz; 2014 kam ein gelbes drittes Set hinzu. Häufig sind die Ränder mit Tricolore-Streifen abgesetzt. Beim ersten inoffiziellen Auftritt 1901 trug die Auswahl noch weiße Hemden mit dreifarbigen Bändern an den Oberarmen, und 1904/05 kurzzeitig Satinhemden mit drei Querbändern in Rot, Gelb und Schwarz.

Am Wappen lässt sich ebenfalls datieren: Seit 1981 dient das Verbandsemblem als Brustzeichen, davor war es ein gelber Löwe auf schwarzem Schild. Am 8. November 2019 stellte der Verband ein überarbeitetes Logo vor, das Krone, Kranz und Trikolore beibehielt. Sechs Hersteller haben das Team ausgestattet: Umbro zu Beginn der 1970er-Jahre, adidas von 1974 bis 1980, Admiral 1981 bis 1982, adidas erneut von 1983 bis 1991, Diadora von 1992 bis 1998, Nike von 1999 bis 2009, Burrda von 2010 bis 2014 und seit 2014 wieder adidas.

Große Namen der Nationalmannschaft

Typische Flocknamen auf belgischen Stücken sind Bruyne, Hazard, Lukaku, Vermaelen, Trossard, Wilmots, Buyten, Bilde und Wullaert. Die Schreibweise in Produktdaten ist verkürzt: Aus einem Namen mit Präfix wird oft nur der letzte Bestandteil, Akzente fallen weg. Ein Nachname allein sagt daher weder, um welche Person es geht, noch ob die Beflockung ab Werk stammt. Prüfen Sie Name und Nummer immer gegen die genannte Spielzeit und achten Sie darauf, ob Schriftart und Nummernstil zum Ausrüster dieser Jahre passen.

So wählst du dein Trikot

Drei Fragen klären die meisten Fälle:

  • Passt der Ausrüster zur Saison? Ein als 1996 beschriebenes Trikot mit Nike-Logo passt nicht zur bekannten Abfolge, ein Diadora-Stück dagegen schon. Diese Gegenprobe ist bei Belgien belastbarer als bei den meisten anderen Nationen.
  • Passt das Wappen? Der gelbe Löwe auf schwarzem Schild weist auf die Zeit vor 1981, das Verbandsemblem auf die Jahre danach, die überarbeitete Fassung auf die Zeit ab Ende 2019.
  • Welche Ausführung liegt vor? Player Issue und Match Issue bezeichnen Versionen, die für Spieler ausgegeben wurden – sie belegen nicht, dass ein Stück in einem Spiel getragen wurde. Wer belegte Spielverwendung sucht, achtet auf Match Worn und auf die zugehörige Dokumentation.

Neben Heim-, Auswärts- und Ausweichtrikots kursieren Torwarttrikots, Langarmversionen, Trainingsshirts, Hosen, Polos, Trainings-, Bank- und Regenjacken. Diese Teile folgen oft eigenen Designlinien und lassen sich nicht über das Spieltagsdesign datieren, wohl aber über Hersteller und Etikett. Zustandsbeschreibungen reichen von „Brand New – With Tags“ bis „Fair“; bei älteren Stücken lohnt der Blick auf die Tricolore-Abschlüsse an Kragen und Ärmeln, die als Erstes ausbleichen.

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