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Brasilien – Seite 14

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Das gelbe Trikot mit grünen Details, blauer Hose und weißen Stutzen entstand 1954 – davor spielte Brasilien standardmäßig in Weiß. Diese eine Zäsur ordnet fast jedes brasilianische Retro-Stück ein.

Brasilianische Nationaltrikots wirken auf den ersten Blick austauschbar, weil das Grunddesign seit Jahrzehnten steht. Genau deshalb liegt die Datierung bei Details: Ausrüster, Schnitt, Kragenform und Saisonangabe. Dieser Überblick nennt die belegten Eckpunkte der Teamgeschichte und erklärt, worauf beim Vergleich zweier scheinbar identischer Trikots zu achten ist.

Die Geschichte der Nationalmannschaft

Als erstes Spiel einer brasilianischen Auswahl gilt eine Partie von 1914 gegen den englischen Klub Exeter City, die 2:0 endete; 1916 folgten die ersten Begegnungen mit Chile und Uruguay. Bei der Südamerikameisterschaft, dem Vorläufer der Copa América, wurde Brasilien 1919 und 1922 im eigenen Land Sieger. Der Verband gehört seit 1923 der FIFA an und war 1916 Gründungsmitglied der CONMEBOL.

Die Weltmeisterschaft 1950 im eigenen Land endete mit dem Maracanazo: Im entscheidenden Spiel der Finalrunde genügte ein Unentschieden, doch Uruguay gewann im Maracanã 2:1. Brasilien ist die einzige Nation, die bei jeder WM-Endrunde dabei war, und mit fünf Titeln – 1958, 1962, 1970, 1994 und 2002 – die erfolgreichste. Die Mannschaft von 1970 um Pelé, Kapitän Carlos Alberto Torres, Jairzinho, Tostão, Gérson und Rivellino gewann alle sechs Spiele und wird vielfach als beste Auswahl aller Zeiten geführt; mit dem dritten Titel durfte Brasilien die Jules-Rimet-Trophäe behalten, die 1983 gestohlen und nie wiedergefunden wurde.

Auch die Mannschaften ohne Titel prägen den Markt. Das Team von 1982 mit Sócrates, Zico, Falcão und Toninho Cerezo scheiterte in Spanien an Italien und gilt als stärkste Elf, die nie Weltmeister wurde. 1994 holten Romário, Bebeto, Kapitän Dunga, Torhüter Cláudio Taffarel und Cafu den vierten Titel, 1998 stand Brasilien mit Ronaldo im Finale und unterlag Frankreich 0:3. Dazu kommen vier Siege im FIFA-Konföderationen-Pokal 1997, 2005, 2009 und 2013. Heimspielort ist das Maracanã in Rio de Janeiro mit knapp 79.000 Plätzen.

Ikonische Nationaltrikots

Bis 1950 war Weiß die Standardfarbe der Seleção; die Niederlage gegen Uruguay beendete diese Ära. Zur Weltmeisterschaft 1954 debütierte ein von Aldyr Schlee entworfenes Set aus gelbem Trikot mit grünen Details, blauer Hose und weißen Stutzen – es ist bis heute in Gebrauch. Für Käufer heißt das: Die Farbkombination datiert ein Trikot nicht, wohl aber alles, was um sie herum passiert. Kragenform, Ärmelabschluss, Materialstruktur, Position und Größe des Verbandswappens sowie das Herstellerlogo unterscheiden sich von Saison zu Saison deutlich, obwohl die Grundfarben gleich bleiben.

Große Namen der Nationalmannschaft

Beflockte Stücke tragen Namen wie Ronaldo, Ronaldinho, Rivaldo, Romario, Bebeto, Kaka, Adriano, Carlos, Casemiro oder Neymar. Hier lohnt besondere Vorsicht: Brasilianische Spieler werden häufig unter Vor- oder Spitznamen beflockt, Produktdaten lassen Akzente weg, und mehrere bekannte Spieler teilen sich denselben Namen. Ein Flock allein identifiziert also weder Person noch Saison. Die verlässlichere Prüfung ist die Kombination aus Name, Rückennummer, Schriftart und der im Titel genannten Spielzeit.

So wählst du dein Trikot

Worauf es beim Kauf ankommt:

  • Ausrüster als Zeitanker: Bei brasilianischen Stücken begegnen Nike, adidas, Umbro, Puma und Kappa. Das Logo grenzt zusammen mit der Saisonangabe die Jahre ein und deckt Widersprüche auf.
  • Art des Stücks: Neben Heim-, Auswärts- und Ausweichtrikots sind Torwarttrikots, Langarmversionen, Trainingsshirts, Hosen, Tees, Polos sowie Trainings- und Regenjacken verbreitet. Merchandise wie ein bedrucktes Shirt ist kein Spieltagstrikot, auch wenn es aus derselben Saison stammt.
  • Spielerversion ist kein Spielnachweis: Player Issue und Match Issue beschreiben einen für Spieler ausgegebenen Schnitt, nicht die Verwendung in einem Spiel. Nur bei Match Worn wird Spielverwendung behauptet, und dafür braucht es Belege.
  • Original oder Neuauflage: Bei einem Design, das seit Jahrzehnten fast unverändert ist, sind spätere Neuauflagen besonders leicht mit Originalen zu verwechseln. Etikett, Pflegehinweise und Materialangabe im Innenraum sind hier aussagekräftiger als die Optik von außen.

Zustandsangaben reichen von „Brand New – With Tags“ über „Mint“ und „Excellent“ bis „Good“ und „Fair“. Bei gelben Trikots fällt Vergilbung durch Lagerung kaum auf, Schweißränder und ausgewaschene grüne Applikationen dagegen sehr wohl – ein genauer Blick auf Achseln und Wappenrand lohnt sich.

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