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Frankreich – Seite 6

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Les Bleus, der gallische Hahn und die Trikolore: Frankreichs Trikots halten ihre Bildsprache über Jahrzehnte, weshalb Ausrüster, Wappen und Sponsorfläche die eigentlichen Datierungshilfen sind.

Französische Nationaltrikots gehören zu den meistgesuchten Stücken überhaupt, und gerade deshalb lohnt genaues Hinsehen. Die Farben und Zeichen des Teams verweisen auf zwei nationale Symbole, die französische Flagge und den gallischen Hahn, und sie bleiben über lange Zeiträume erkennbar. Was sich ändert, sind Ausrüster, Schnitt, Wappenform und die Aufmachung des Etiketts – daran hängt die Einordnung.

Die Geschichte der Nationalmannschaft

Die französische Auswahl entstand 1904, etwa zeitgleich mit der FIFA. Das erste offizielle Länderspiel fand am 1. Mai 1904 in Brüssel gegen Belgien statt und endete 3:3. Am 12. Februar 1905 folgte im Parc des Princes vor 500 Zuschauern das erste Heimspiel, ein 1:0 gegen die Schweiz durch den einzigen Treffer von Gaston Cyprès. Aus dem 1908 entstandenen Comité Français Interfédéral wurde 1919 die Fédération Française de Football, 1921 schloss sich auch die USFSA an.

1930 gehörte Frankreich zu den vier europäischen Teilnehmern der ersten Weltmeisterschaft und gewann das Auftaktspiel 4:1 gegen Mexiko, wobei Lucien Laurent das erste Tor der WM-Geschichte erzielte. Im Jahr darauf lief mit Raoul Diagne erstmals ein schwarzer Spieler für Frankreich auf; sein Debüt am 15. Februar endete 1:2 gegen die Tschechoslowakei, und 1938 stand er gemeinsam mit Larbi Benbarek im WM-Kader. 1958 wurde das Team um Raymond Kopa und Just Fontaine Dritter.

Drei Phasen prägen die Erfolgsgeschichte. In den 1980er-Jahren gewann Frankreich unter Michel Platini die EM 1984 als ersten offiziellen Titel, 1985 den Pokal der Kontinentalmeister und erreichte 1982 und 1986 das WM-Halbfinale. Ab Mitte der 1990er folgte die Zeit von Aimé Jacquet und Zinedine Zidane: 1998 der WM-Titel mit einem 3:0 gegen Brasilien im Stade de France, 2000 die EM mit einem 2:1 gegen Italien durch das Golden Goal von David Trezeguet, dazu die Konföderationen-Pokale 2001 und 2003. Nach dem Vorrundenaus 2002 und der Finalniederlage 2006 im Elfmeterschießen gegen Italien kam die dritte Phase: die EM-Endspielniederlage 2016 gegen Portugal, der Weltmeistertitel 2018, der Sieg in der Nations League 2021 und das verlorene Elfmeterschießen im WM-Finale 2022 gegen Argentinien. Heimspiele trägt das Team seit 1998 im Stade de France in Saint-Denis aus, trainiert wird in Clairefontaine, wo 1988 das Nationale Fußballinstitut eröffnete.

Ikonische Nationaltrikots

Der Beiname Les Bleus beschreibt das Heimtrikot treffend, und der Hahn auf der Brust ist über Jahrzehnte das wiederkehrende Motiv. Für die Datierung heißt das: Die Grundoptik hilft wenig, die Details dagegen sehr. Aussagekräftig sind Form und Ausführung des Wappens, Kragen- und Ärmelabschlüsse, die Platzierung des Herstellerzeichens sowie das Innenetikett mit Modellnummer und Pflegehinweis. Bei französischen Stücken begegnen im Handel Nike und adidas; der Herstellerwechsel ist damit das gröbste, aber zuverlässigste Zeitraster. Auswärts- und Ausweichtrikots folgen eigenen Linien und lassen sich nicht über das Heimdesign derselben Saison einordnen.

Große Namen der Nationalmannschaft

Häufige Flocknamen sind Zidane, Henry, Cantona, Barthez, Ribery, Benzema, Varane, Matuidi, Griezmann und Mbappe. Produktdaten lassen Akzente weg, aus „é“ wird „e“; die Schreibweise im Titel entspricht also nicht der Beflockung auf dem Trikot. Ein Nachname allein identifiziert zudem weder eine Person noch eine Saison – erst Name, Rückennummer und angegebene Spielzeit zusammen ergeben ein prüfbares Bild. Achten Sie außerdem darauf, ob Schriftart und Nummernstil zum Ausrüster der jeweiligen Jahre passen; nachträglich aufgebrachte Beflockung ist auf dem Gebrauchtmarkt die Regel und nicht die Ausnahme.

So wählst du dein Trikot

Vier Punkte, die ein französisches Angebot einordnen:

  • Art des Stücks: Neben Heim-, Auswärts- und Ausweichtrikots kursieren Torwarttrikots, Langarmversionen, Trainingsshirts, Hosen, Polos, Tees sowie Trainings-, Bank- und Regenjacken. Auch Zubehör aus Turnierjahren ist verbreitet – ein bedruckter Hut aus einem Titeljahr ist kein Spieltagstrikot.
  • Ausführung: Player Issue und Match Issue bezeichnen für Spieler gefertigte Versionen mit eigenem Schnitt. Sie sind kein Nachweis dafür, dass ein Trikot in einem Spiel getragen wurde. Diesen Anspruch erheben nur als Match Worn ausgewiesene Stücke, und dort zählt die Dokumentation mit Gegner und Datum.
  • Erwachsenen- oder Kindergröße: Kinderausführungen sind an Angaben wie „Y“ oder einer Altersspanne im Titel zu erkennen und werden leicht übersehen.
  • Zustand: Die Skala reicht von „Brand New – With Tags“ über „Mint“, „Excellent“ und „Very Good“ bis „Good“ und „Fair“, oft ergänzt um Zehnerwertungen wie 6/10. Bei älteren blauen Trikots ist ungleichmäßiges Ausbleichen das häufigste Problem, dazu Risse an den Achselnähten und abgelöste Wappenränder.

Wer ein bestimmtes Jahr sucht, sollte die Saisonangabe nie isoliert betrachten. Mehrjahresangaben wie 1990-92 oder 2002-04 bedeuten, dass dasselbe Modell über mehrere Spielzeiten getragen wurde; sie sagen nichts darüber, aus welchem dieser Jahre das konkrete Stück stammt.

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